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Zuerst war ich überrascht.
Dann einfach begeistert.

Mindestkapital

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20.000 Franken Mindeststammkapital für eine GmbH? Nicht viel Geld für eine Firmengründung, so könnte man meinen. Doch die Realität im Jahre 2016 sieht leider anders aus: Vor allem junge Start-Ups und viele bereits aktive Kleinunternehmer können das Stammkapital für eine GmbH-Gründung oft nicht aufbringen, denn es muss bei der Gründung vollständig vorliegen (Voll-Librierung).

Vor allem wenn auf Förderungen und eine Fremdfinanzierung verzichtet wird, müssen so mehrere Monatsgehälter im Vorfeld oder nebenbei angespart werden. Beim Schweizer Durchschnittsverdienst von 5823 Franken, den das Statistische Bundesamt für 2015 ermittelt hat, vergehen selbst bei Wasser und Brot, ohne Steuerabgabe und ohne Dach über den Kopf ganze vier Monate, bis diese Summe zusammen ist. Doch auch Kleinunternehmer müssen von etwas leben, so dass sich die Kapitalaufbringung aus eigenen Mitteln in der Realität deutlich langwierig und recht schwierig gestaltet.

Zugrunde liegt der Regelung die Idee des Gläubigerschutzes. Wenn die persönliche Haftung schon ausgeschlossen ist, dann soll zumindest eine Mindestmasse an Haftungskapital da sein, mit dem eventuelle Gläubiger im Falle eines Falles befriedigt werden können. Das Konzept hat sich in der Vergangenheit allerdings oft als völlig unzureichend erwiesen, denn das Stammkapital wird nach der Gründung ja nicht etwa eingefroren oder zur Seite gelegt, sondern es steht den Unternehmer vollständig zur Verfügung. Geht eine Firma dann später in Konkurs ist davon in den meisten Fällen nichts mehr übrig, denn ganz im Gegenteil sind solche Firma schon längst in die Miesen gerutscht, so dass es hier in der Regel für Gläubiger nichts mehr zu holen gibt.

In England hält man deshalb vom Prinzip Mindeststammkapital als Instrument des Gläubigerschutzes nicht viel. Im Zentrum steht hier voranging das Beleben der Wirtschaft, so dass die Hürden und Hindernisse für Unternehmer erklärtermaßen so klein wie möglich gehalten werden sollen. Da die Angst vor einem Scheitern einer der Hauptgründe ist, eine unternehmerische Tätigkeit gar nicht erst aufzunehmen, ist Haftungsschutz deshalb für jedermann zugänglich. Für die Gründung einer Gesellschaft mit Haftungsschutz ist deshalb kein Mindestkapital vorgeschrieben.

Es genügt wenn die Inhaber jeweils einen ein Pfund (auch Schweizer Franken sind als Firmenwährung seit längerem möglich) einbezahlen. Hat die Gesellschaft dann Geld erwirtschaftet, kann - falls erforderlich - das Gesellschaftskapital immer noch erhöht werden. Von den 2'500'000 Firmen in England kommt das Gros aber ganz auch prima ohne aus.